CI ist Genossenschaft – auf zu neuen Ufern

Eine persönliche Sicht auf die Gründung der CI One eG von Andreas Melzner

Als die CI One eG gegründet wurde, war ich gar nicht dabei. Der Gründungstermin fiel mitten in meinen lang geplanten Urlaub. Als wir den Termin festgelegt haben, war aber schnell klar, dass meine Anwesenheit gar nicht zwingend erforderlich ist und die ganze Veranstaltung problemlos ohne mich ablaufen kann. Ich habe die viereinhalbstündige Gründungsversammlung über ein ZOOM Meeting aus meinem Hotelzimmer in Hamburg miterlebt. Ohne einen Ton zu sagen, oder einen Redebeitrag oder eine Funktion zu haben, habe ich verfolgt, wie 73 meiner Kollegen in unserem Büro, unter strenger Einhaltung der Corona-Abstandsregeln, die ganze Prozedur der eG Gründung mit den ganzen Formalismen, x-Wahlgängen und Stichwahlen durchlaufen haben.

Läuft alles nach Plan?

Ich muss ehrlich sagen, dass sich das für mich ziemlich komisch und ein wenig beängstigend angefühlt hat, denn in den letzten 19 Jahren war ich in der CI selbst an den kleinsten Entscheidungen irgendwie beteiligt. Jetzt zu sehen, wie ein so großes Ereignis auch völlig ohne meine Beteiligung ablaufen kann ist schon seltsam. Klar, kann man sagen: das war doch seit Oktober 2019 dein Plan. Wir Gesellschafter verkaufen die Firma zu 90% an die Genossenschaft und gleichzeitig scheiden wir aus der Geschäftsführung aus. Also alles gut, was hast du denn anderes erwartet? Aber manchmal bekommt man Angst vor seiner eigenen Courage und kann nur noch hoffen, dass alles glatt geht. Wie sagt man so schön: ein Plan ist ein Plan und es ist alles leichter gesagt als getan. Wie gesagt: Der Zug ist jetzt in voller Fahrt und auch nicht mehr aufzuhalten.

Die Mitarbeiter übernehmen das Ruder

Aber gleichzeitig hat mir das Gründungsevent wieder extrem viel Zuversicht in die Zukunft der CI gegeben und vor Augen geführt, dass der Plan gut ist und funktionieren wird. Wir haben auf die demokratischste Art und Weise je fünf kompetente Vorstände und Aufsichtsräte aus unseren Reihen gewählt. Es standen sogar noch mehr Kollegen zur Wahl. Und zu sehen, wie so viele Mitarbeiter für die eigene Firma Verantwortung übernehmen wollen, hat mich sehr stolz gemacht.

Gleichzeitig sind mit Jens Kohne und Carsten Brüggerhoff zwei Top-Geschäftsführer an Bord gekommen, die mir täglich vor Augen führen, dass ich nicht der einzige bin, der die Geschicke der CI leiten kann. Die beiden machen einen tollen Job in wahrlich schwierigen Corona-Zeiten. Ab dem 1.1.2021 werde ich strenggenommen keinerlei Funktion mehr in der CI haben. Aber nach 22 Jahren in geschäftsführenden Positionen freue ich mich wieder auf die abwechslungsreiche Arbeit in diversen Digitalisierungsprojekten.

Mit der CI in die Zukunft

Es ist schon seltsam, dass man so einschneidende Veränderungen herbeiführen muss, um etwas zu bewahren. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass wir (ich sage wir, denn ich bin ja schließlich auch noch Genosse) die Kraft haben, uns weiterhin zu verändern, wenn es notwendig ist. Bisher hat sich die CI immer dadurch ausgezeichnet, eine hervorragende Balance zwischen Innovation und Bewahrung, oder zwischen unternehmerischen Mut und Vorsicht zu finden. Diese Aufgabe hat ab jetzt unsere neue Geschäftsführung und der Vorstand der Genossenschaft – ich freue mich drauf und bin mir sicher, dass wir alle davon profitieren werden.