Sinnmaximierung statt Profitmaximierung

Wir drei Gründer der Cologne Intelligence haben der CI-Gemeinschaft einen Vorschlag für eine Unternehmernachfolge gemacht, der in der deutschen Unternehmenslandschaft als „eher selten und ungewöhnlich“ eingestuft werden kann.

In einer Reihe von Blog-Beiträgen berichten wir über den nun gestarteten Prozess, denn wir denken, dass wir ein Modell für eine Unternehmernachfolge gefunden haben, das in unsere Zeit passt und Schule machen kann.

Konkret sieht unser Vorschlag vor, dass von den Mitarbeitern der CI eine eingetragene Genossenschaft gegründet wird, in der jeder Mitarbeiter der CI Mitglied werden kann. Diese Genossenschaft kauft uns schrittweise über einige Jahre die Unternehmensanteile der CI ab. Und so entsteht ein Zielbild, in der die CI der Mitarbeiter-Genossenschaft gehört. Wir sind uns sicher, dass wir so die Eigenständigkeit, Kultur und Unabhängigkeit der CI bewahren können und gleichzeitig die Basis legen für eine operativ leistungsstarke, attraktive und effiziente sowie weiter konstant wachsende Cologne Intelligence.

Der erste Schritt

Als sich an dem letzten Donnerstag im Oktober 2019 alle Mitarbeiter der CI in der Abenteuerhalle Kalk zu einem Offsite eingefunden haben, wusste noch keiner so recht was ihn erwarten würde. Wir haben in der Einladung zu dem Termin leichte Andeutungen gemacht, dass es um einen Vorschlag zu einer Unternehmernachfolge geht, mehr aber noch nicht.

Die Motivation zu diesem Schritt war von uns Gründern vielfältig. Zum einen kommen wir in ein Alter (wir sind mittlerweile alle drei über 50 Jahr alt) in dem wir uns langsam über eine Unternehmernachfolge und unsere finanzielle Absicherung im Alter Gedanken machen müssen. Zum anderen sind wir der festen Überzeugung, dass Mitbestimmung und Mitarbeiterbeteiligung am Unternehmen in den nächsten Jahren ein wesentlicher Erfolgsfaktor für uns als mittelständisches Unternehmen sein werden. Aus diesem Grund kam ein Verkauf des Unternehmens an einen Investor für uns nicht in Frage, da in diesem Fall die Unabhängigkeit und unsere einzigartige Unternehmenskultur verloren gehen würde.

Wichtig war für uns, dass wir alle Mitarbeiter von Anfang an an dem Prozess beteiligen wollten. Also haben wir an dem Tag ein Konzept vorgeschlagen, wie wir die Unternehmernachfolge über eine Mitarbeitergenossenschaft lösen wollen. Im Laufe des Tages haben wir immer wieder über ein Abstimmungstool Feedback von den Mitarbeitern eingeholt und wir haben Diskussionsgruppen gebildet, in denen wir das Modell diskutiert haben.

Konkret sieht das Modell wie folgt aus:

  1. Wir gründen eine Mitarbeitergenossenschaft, in der jeder Mitarbeiter der CI Mitglied werden kann.
  2. Die Mitarbeitergenossenschaft kauft Schritt für Schritt den drei Gründern Unternehmensanteile der CI Gruppe ab, bis sie in einigen Jahren 100% der Unternehmensanteile der CI Gruppe hält.
  3. Die Gründer steigen Schritt für Schritt aus der Geschäftsführung des Unternehmens aus, um Platz für eine neue Generation von Führungskräften zu machen.

Mit diesem Modell können wir das erreichen, was uns wichtig ist: Eine als Unternehmen unabhängige CI, die ihre Kultur erhält und sich nach den Wünschen der Mitarbeiter weiterentwickeln kann. Sinnmaximierung vor Profitmaximierung ist dabei das Motto.

Warum eine Genossenschaft?

Warum haben wir das Modell der Mitarbeitergenossenschaft gewählt? Die Genossenschaft ist eine sehr alte Rechtsform, die relativ unbürokratisch eine Mitarbeiterbeteiligung ermöglichen kann. Dabei erwirbt jeder Mitarbeiter ein Stimmrecht – und zwar unabhängig davon, wieviel Geld er eingezahlt hat oder welche Stellung er im Unternehmen bekleidet. Die Haftung ist für die Mitglieder nur auf die Einlage beschränkt. Aus unserer Sicht ein ideales Modell für eine Mitarbeiterbeteiligung.

Wie geht es jetzt weiter?

Wir sind sehr froh darüber, dass das Modell bei unseren Mitarbeitern sehr gut angekommen ist und wir uns jetzt gemeinsam auf eine Reise begeben, um die Gründung der Genossenschaft anzugehen. Die Mitarbeiterbeteiligung beginnt bereits hier: Wir haben schon die Gründung, inklusive Recherche zum Genossenschaftsmodell an sich und der Ausarbeitung unserer individuellen Satzung in die Hände der Mitarbeiter gelegt. So möchten wir sicherstellen, dass unsere Genossenschaft am Ende auch die Vision erfüllt, die wir von dem Modell haben. Es liegt viel Arbeit vor uns, aber wir freuen uns darauf, dass wir die CI durch diesen Schritt weiter verbessern können.