Echter Teamspirit beim virtuellen Halbmarathon

Darauf hatten sich viele CI-Freizeitsportler seit Monaten gefreut: Am 26. April wären wir gemeinsam beim Bonner Halbmarathon gestartet. Der ist coronabedingt ausgefallen. Man könnte jetzt Trübsal blasen – oder eine Alternative finden. Ein Erfahrungsbericht über unser erstes virtuelles CI Sportevent.

Als ich letzten Sommer angefangen habe, bei CI zu arbeiten, habe ich mich auf eines besonders gefreut: auf die vielen Sportevents, bei denen die Kollegen traditionell gemeinsam teilnehmen. Das ist im Fall von Cologne Intelligence nicht „nur“ der jährliche Business-Run, sondern auch der Bonn Triathlon und der Bonn Marathon. Als begeisterte Läuferin war ich also schon seit Monaten „heiß“ und habe mich sehr auf den gemeinsamen Start auf der Halbmarathondistanz am 26. April gefreut. Und dann kam Corona. Und hat mir mit dem Homeoffice nicht nur mein liebgewonnenes Jobrad-Ausdauertraining genommen (normalerweise radle ich zwei bis drei Mal die Woche „auf Tempo“ von Pulheim nach Kalk), sondern auch den Halbmarathon.

Aber CI wäre nicht CI, wenn wir nicht nach Alternativen gesucht – und auch eine gefunden hätten. Wir haben nämlich jetzt einen Laufclub bei Strava (Social Network für Ausdauersportler und solche, die es noch werden möchten). Dort konnten wir schon im Vorfeld die Trainings der Kollegen verfolgen und mit Kudos honorieren – und als Highlight am Sonntag die ersatzweise für den Bonner Halbmarathon gelaufenen „Einzelrennen“ bündeln. Und weil reines Leistungstracking langweilig und nur halbwegs gemeinsam ist, haben wir dem Ganzen noch einen extra „Social-Anstrich“ verpasst: Wir sind nicht nur zur „Originalzeit“ um neun Uhr morgens gestartet, sondern haben das Rennen mit einem Teams-Video-Call um viertel vor neun stilecht gemeinsam eingeleitet. So konnten auch Kollegen dabei sein, die nicht bei Strava registriert sind/sein möchten. Um zwölf gab es dann noch einen abschließenden Finisher Call mit Kaltgetränken.

Die 15 Läufe wurden großteils am jeweiligen Wohnort oder auf den Lieblingslaufstrecken absolviert. Eine Handvoll Kollegen wohnt allerding sehr nahe der Originallaufstrecke und hat sich, ebenso wie einige andere Bonner „Traditionsmarathoni“, dort auf den 21,1 km langen Weg gemacht. Mit gebührendem Abstand versteht sich. Sie konnten sich sogar über richtig echten CI-Support freuen: Ein Kollege überraschte sie (gewandet in Mundschutz und sterile Handschuhe) mit Wasserversorgung am Wegesrand. Aber auch die anderen Läufer hatten tatkräftige Unterstützung. Während ich von Mann und Kindern bei meinen Runden um den Fühlinger See gebührend bejubelt und stets mit frischen Kaugummis versorgt wurde, haben andere Kollegen ihre Lieben direkt mit auf die Strecke genommen. Teils laufend, teils auf Fahrrädern, Inlinern oder sogar auf dem Einrad (Ich frage mich ja schon, wie man überhaupt auf so einem Ding fährt, daher meinen besonderen Respekt an Ben Schiemann, der darauf unfallfrei und erstaunlich schnell zumindest Teile der Halbmarathondistanz bewältigt hat). Das Schöne: Während wir beim „echten“ Bonn Marathon aus organisatorischen Gründen nur für die Halbmarathondistanz angemeldet waren, konnten beim virtuellen Ersatzformat auch Kollegen teilnehmen, für die die vollen 21 km zu lang gewesen wären.

 

Und wie war es so?

Ich fand es toll! Klar, ein richtiges Laufevent ist immer schöner. Trotzdem: Bei mir ist definitiv Teamspirit angekommen. Auf jeden Fall genug, um mich zu motivieren und zu beflügeln, tatsächlich die vollen 21,1 Kilometer möglichst schnell zu laufen – sogar in der anvisierten Zeit unter zwei Stunden! Fun fact: Meine Durchschnittsgeschwindigkeit von 5:36 Minuten/Kilometer teile ich laut Strava auf die Sekunde genau mit drei weiteren Läufern, die unseren virtuellen Halbmarathon mitgelaufen sind, ein weiterer Kollege lief die Distanz mit einem 5:37er-Schnitt. Und ja, das stimmt mich etwas wehmütig, denn es bedeutet, dass ich „in echt“ die perfekten Laufpartner gehabt hätte. Aber gut, irgendwann ist Corona auch vorbei. Und dann geht es wirklich zusammen an den Start!